7 KLASSISCHE RENTEN-IRRTÜMER - UND WIE FRAUEN SIE VERMEIDEN

06.08.2009 | Wiesbaden
R+V-Informationskampagne für Frauen / Ziel: Freiraum im Alter vergrößern

Anja M., 36-jährige Bürokauffrau, ist unsicher: Viele ihrer Kolleginnen sorgen in irgendeiner Form für das Alter vor - sie noch nicht. Dabei hatte sie sich schon vor Monaten vorgenommen, das Thema anzugehen. Aber die Vielzahl der Angebote macht es für Anja nicht leichter. Daniela Steinle (39), Rentenexpertin der R+V Versicherung, kennt die Fragen vieler Frauen in Sachen Altersvorsorge. Sie hält bundesweit in zahlreichen Volksbanken und Raiffeisenbanken Vorträge zum Thema Altersvorsorge - und zeigt, wie Frauen sich ihren finanziellen "Freiraum fürs Leben" auch später sichern können. "Viele Frauen wollen die private Vorsorge anpacken, damit sie ihren Lebensstandard im Alter halten. Doch die Wissenslücken sind groß: Immer wieder bin ich überrascht von den falschen Vorstellungen, die Frauen über ihre spätere Versorgungssituation haben."

Viele Frauen geraten in dieselben Vorsorgefallen. Die sieben größten Irrtümer, die später finanziellen Freiraum kosten, sind:

1. "Altersarmut? Trifft mich nicht!"

Den Rentnern von heute geht es gut. Statt verarmten alten Menschen prägen heute vitale Rentner das Bild vom Ruhestand. Doch zukünftige Generationen werden weitaus mehr selbst vorsorgen müssen. Die Rentenlücke - die Differenz zwischen dem zuletzt erhaltenen Einkommen und der gezahlten Rente - wird sich stark vergrößern. Vor allem Frauen sind aufgrund geringerer Berufsjahre, niedrigerer Einkommen und längerer Lebenserwartung davon betroffen. Eine gute Planung ihrer Altersvorsorge, auch privat, ist unverzichtbar.

Daniela Steinles Tipp: Analysieren Sie gemeinsam mit einem qualifizierten Berater Ihre persönliche Lebenssituation. Definieren Sie, welche Freiräume Ihnen im Alter wichtig sind. So können Sie Lücken rechtzeitig erkennen und schließen. Nutzen Sie unseren Frauen-Freiraum-Check und das große Informationsangebot unter www.freiraum-fuers-leben.de.

2. "Private Altersvorsorge kann ich mir nicht leisten."

Mit ihrem Gehalt kommen viele Frauen gerade so über die Runden. Teilzeit- oder 400-Euro-Jobs sind vor allem unter Müttern weit verbreitet. Davon Geld für ihre Altersvorsorge zurückzulegen, fällt den meisten schwer. Dabei tragen bereits kleine Beträge dazu bei, die finanzielle Versorgung im Alter zu verbessern. Kleine psychologische Tricks helfen dabei: Zum Beispiel kann ein Teil der nächsten Gehaltserhöhung in die Altersvorsorge umgewandelt werden. Und mit Angeboten wie der Minijob- oder der Riester-Rente können Frauen sogar ohne oder mit wenig Kapital effektiv vorsorgen.

Daniela Steinles Tipp: Die minijobrente " ist ideal für Geringverdiener. Die Grundidee besteht darin, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Arbeitszeiterhöhung vereinbaren und der Gegenwert dafür sozialabgaben- und steuerfrei als Versorgungsbeitrag in eine betriebliche Altersversorgung eingebracht wird. Mehr Informationen finden Sie unter www.minijobrente.de.

3. "Mein Mann macht das schon. Notfalls lebe ich von Witwenrente."

Heute leben viele ältere Frauen von der Witwenrente, die sie aus der Altersrente ihres verstorbenen Ehemanns erhalten. Altersvorsorge war lange Zeit ausschließlich ein Thema für Männer. Auch heute regeln noch viele Frauen ihre finanziellen Angelegenheiten nicht selbst, sondern verlassen sich auf ihren Partner. Wie hoch ihr Monatseinkommen nach dem Tod des Ehemannes ist, hängt von vielen Faktoren ab. Mit einer Witwenrente von heute durchschnittlich 551 Euro im Monat wird man aber keine großen Sprünge machen können. Selbst vorsorgen ist Pflicht.

Daniela Steinles Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Mann: Prüfen Sie, ob und welche Verträge zur Altersvorsorge auf Ihren Namen abgeschlossen sind und welche Leistungen Sie daraus erwarten können.

4. "Arbeiten, bis ich 67 Jahre alt bin? Nicht mit mir."

Viele Frauen wollen nicht bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Renteneintrittsalter arbeiten. Bei jüngeren Frauen liegt dies bei 67 Jahren. Stattdessen planen sie einen früheren Berufsausstieg, um länger etwas von ihrem Ruhestand zu haben. In Deutschland gehen Frauen heute mit durchschnittlich 63,2 Jahren in Rente, Männer etwas später. Um die dazu gewonnenen Jahre zu genießen, benötigen Frauen auch ein entsprechendes finanzielles Polster - das sich durch eine private Vorsorge aufbauen lässt.

Daniela Steinles Tipp: Wenn Sie tatsächlich früher in den Ruhestand gehen möchten, lassen Sie sich frühzeitig beraten. Und beachten Sie die hohen Abschläge bei der gesetzlichen Rente, wenn Sie Ihren Renteneintritt vorziehen.

5. "Mein Kollege bekommt doch später auch eine hohe Rente."

Frauen und Männer sind zwar gleichberechtigt, was Ausbildung und Karrierechancen angeht. Auch die gesetzliche Rente wird für Frauen nach der gleichen Methode berechnet wie bei Männern. Doch oft gibt es Unterschiede zu gleichaltrigen Kollegen in derselben Position: Er nimmt keine Auszeiten für die Kindererziehung und verdient meist mehr - Faktoren, die zu mehr Rente führen. Zusätzlich können sich die finanziellen Aussichten von Frauen bei einer Scheidung verschlechtern.

Daniela Steinles Tipp: Behalten Sie Ihre Altersvorsorge im Auge - vor allem wenn Erziehungszeiten und Teilzeittätigkeit Ihre Erwerbsbiographie verändert haben. Das Thema ist zu wichtig, um es unberücksichtigt zu lassen.

6. "Altersvorsorge ist so kompliziert."

Eine aktuelle Umfrage der R+V Versicherung zeigt: Ein Drittel aller Frauen schiebt das Thema Altersvorsorge auf die lange Bank. Gründe gibt es viele: "Keine Zeit", "Macht mein Partner" sind zwei davon. Dabei geben nur fünf Prozent aller bereits vorsorgenden Frauen in der Umfrage an, dass sie das Thema kompliziert gefunden haben. Auf die richtige Informationsquelle kommt es an.

Daniela Steinles Tipp: Aller Anfang ist leicht. Ein erstes lösbares Ziel ist: Informieren Sie sich bei einem kompetenten Ansprechpartner.

7. "Als Mutter und Hausfrau kann ich mich nicht privat versichern."

Zahlreiche Frauen sind nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, sondern kümmern sich um Haushalt und Kinder. Diese Gruppe weiß oft gar nicht, dass sie privat vorsorgen kann, so ein Ergebnis der aktuellen R+V-Umfrage. Dabei können nicht berufstätige Frauen beispielsweise riestern, wenn sie einen rentenversicherungspflichtig arbeitenden Ehemann haben. Oder sie wandeln ihren Minijob durch geringe eigene Zahlungen in eine rentenversicherungspflichtige Arbeit um und dürfen dann riestern.

Daniela Steinles Tipp: Gerade die Riester-Rente ist ideal für Frauen. Kleine Beiträge, hohe Zulagen - Informationen gibt es zum Beispiel von der R+V.

Quelle: Pressemeldung R+V Versicherung AG

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