Deutsche erwarten neues Rentensystem
Über zwei Drittel, darunter 62 Prozent der Rentner, empfinden das bislang geltende Prinzip der Rentenfinanzierung als ungerecht und sprechen sich für die eigene Vorsorge jeder Generation aus. Die Studie widerlegt auch gängige Klischees: Den Deutschen ist ein angemessener finanzieller Ausgleich zwischen Alt und Jung wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.
Unter dem Thema "Generationengerechtigkeit im Meinungsbild der Bevölkerung" hat der Vorsorgespezialist Swiss Life in einer weiteren dimap-Studie die Stimmung der Bürger gegenüber einer Altersvorsorgereform überprüfen lassen. Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) hält in der aktuellen Umfrage einen angemessenen finanziellen Ausgleich zwischen den Generationen für sehr bedeutend. Weitere 36 Prozent sehen darin einen wichtigen Aspekt für das soziale Gleichgewicht. Von einem Verteilungskampf der Generationen kann also nicht die Rede sein. Weder ist das gern bemühte Klischee von den "Mallorca-Rentnern", die an Spaniens Stränden auf Kosten der Jüngeren ihr Geld verjubeln, zutreffend, noch das Zerrbild von der jüngeren Generation, die ihren Anteil an der Versorgung der Alten nicht mehr tragen will. Im Gegenteil: Jeweils um die 70 Prozent halten derartige Aussagen schlicht für falsch.
Das bislang geltende Prinzip, die Renten ausschließlich über Beiträge der erwerbstätigen Bevölkerung zu finanzieren, wird mehrheitlich als ungerecht empfunden. Zwei Drittel der wahlberechtigten Bürger vertreten die Ansicht, der beste Weg für die Herstellung eines fairen Ausgleichs zwischen Jung und Alt sei, dass jede Generation für das Alter eine eigene Vorsorge schafft. Lediglich 24 Prozent plädieren dafür, dass die Jüngeren für die Älteren mitbezahlen. 90 Prozent der Befragten aller Alterstufen rechnen in 30 Jahren mit einem völlig neuen System der gesetzlichen Rentenversorgung.
Auf mehrheitliche Ablehnung (64 Prozent) stößt die beschlossene Rente mit 67 Jahren. Doch knapp jeder Fünfte hält die Erhöhung des Renteneintrittsalters allein für nicht ausreichend und fordert weitergehende Reformen. Jeder Zweite geht davon aus, dass der Eintritt in den Ruhestand Einschnitte mit sich bringen wird. 32 Prozent der Befragten äußern sogar die Befürchtung, dass es zu einer erheblichen Reduzierung des Lebensstandards kommen wird. Für etwa 15 Prozent kommt eine zusätzliche private Vorsorge nicht in Frage, da der finanzielle Spielraum fehle. Sorgenfreier dagegen scheint das Leben der heutigen Rentner: Vier von fünf unter ihnen erklären, dass sie sich über ihr Dasein als Ruheständler freuen.
Im Auftrag von Swiss Life befragte dimap, Institut für Markt- und Politikforschung, bundesweit 1003 repräsentativ ausgewählte Personen ab 18 Jahren mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews. Bereits im Dezember 2005 lancierte Swiss Life zusammen mit dimap eine Studie zum Thema Altersvorsorge.
Quelle: Pressemeldung Swiss Life
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