Die Gefahr der Altersarmut steigt - Lückenhafte Erwerbsbiografien mindern die Rente

23.06.2010 | München
Für die gesetzliche Rente ist ein möglichst lückenloser und langer Erwerbsverlauf notwendig. Jeder Monat zählt, von der Berufsausbildung bis zum Ruhestand. Der Versicherungsverlauf im Rentenkonto wirkt sich auf die Höhe der Rente aus.

Arbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten und ein später Berufseinstieg führen zu Lücken in der Erwerbsbiografie und mindern die Rentenansprüche. Eine aktuelle Studie, die von der Hans Böckler Stiftung gefördert wurde, gibt nun Aufschluss darüber, wie sich die Erwerbsbiografien zwischen 1984 und 2007 verändert haben und welche Konsequenzen das heute mit sich bringt.

Brüchige Erwerbsbiografien beginnen schon nach dem Berufseinstieg

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich in allen Erwerbsphasen der Anteil von Dauerarbeitslosen mindestens verdoppelt hat, wobei der Anstieg bei Berufseinsteigern unter 30 Jahren am stärksten ist. Jeder zwanzigste 20-bis 30-Jährige war von 2003 bis 2007 mindestens zweieinhalb Jahre ohne Job. Selbst Dauerarbeitslosigkeit ist in dieser Lebensphase keine Seltenheit. Die Kernerwerbsphase der 30 bis 50-Jährigen hat sich am wenigsten verändert. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Mehrheit der Beschäftigen nicht mehr aus dem Beruf in die Rente wechselt. Verbreitet ist eine schwierige Überbrückungsphase am Ende des Erwerbslebens - und obwohl Kürzungen des Ruhegeldes drohen, gehen viele vorzeitig in Rente. Ein immer größerer Teil der Älteren ist von Arbeitslosigkeit betroffen, auch im Westen, noch deutlicher aber im Osten. Bundesweit waren acht Prozent in dieser Altersgruppe im Zeitraum von 2003 bis 2007 mindestens zweieinhalb Jahre arbeitslos. Zeiten der Arbeitslosigkeit haben Auswirkungen auf Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. "Die Studie zeigt sehr eindrucksvoll, inwieweit sich die Erwerbsverläufe ändern und welche Auswirkung es auf die spätere Rentenauszahlung hat. Auf einen lückenhaften Erwerbsverlauf folgt eine unzureichende Absicherung im Alter durch die gesetzliche Rente." so Steffen Raab, Geschäftsführer der Deutschen Zeitwert GmbH.

Zeitwertkonten - ein innovatives Lösungsmodell für die Zukunft

Es reicht also heute für Arbeitnehmer nicht mehr aus, sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Mehr denn je sind innovative Lösungsmodelle gefragt, die eine ausreichende Altersversorgung sichern und einer Altersarmut entgegenwirken. Zeitwertkonten können ein solches Instrument sein. Durch den Einsatz von Zeitwertkonten-Modellen in den Unternehmen können lückenhafte Erwerbsbiografien der Mitarbeiter ausgeglichen werden. Das funktioniert relativ einfach: Im Rahmen eines Zeitwertkontos wird ein Wertguthaben aufgebaut. Arbeitnehmer sparen dazu Überstunden, Urlaub oder Teile ihres Gehaltes an. Die Vergütungsansprüche werden nicht ausgezahlt, sondern dem Zeitwertkonto mit ihrem Bruttowert gutgeschrieben. Das Wertguthaben wird in der Regel verzinslich angelegt und anschließend unter Abführung der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge als Freistellungsgehalt - z.B. im Rahmen eines Vorruhestandes, zur Überbrückung bis zur Rente - ausbezahlt. "Wie die Studie belegt, sind gerade die Phasen nach dem Berufseinstieg und vor Rentenbeginn kritisch. Während die Kernerwerbsphase der 30 bis 50-Jährigen sich am wenigsten verändert hat. Gerade in dieser Phase des Erwerbslebens sollten Arbeitnehmer ein Wertguthaben mit einem Zeitwertkonto aufbauen, um eventuell den Ruhestandsbeginn zu verkürzen oder Rentenlücken zu überbrücken, ohne finanzielle Einbußen bei der Rente hinnehmen zu müssen", so Steffen Raab, abschließend.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Zeitwert GmbH

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