Neuordnung der betrieblichen Altersversorgung im LBK Hamburg hat Vorbildfunktion
Das Hamburger Gesundheitsunternehmen hat zum 1. Januar 2001 die Betriebsrente für seine derzeit 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine neue, moderne Basis umgestellt. Für diese gibt es eine kapitalgedeckte betriebliche Lösung. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden über eine vom LBK Hamburg finanzierte Direktversicherung abgesichert. Nach einer europaweiten Ausschreibung hat die Volksfürsorge das Versicherungsgeschäft - Rückdeckungsversicherung, arbeitgeberfinanzierte sowie arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherung - übernommen.
"Der LBK Hamburg will auch weiterhin gute Medizin für alle und nicht Luxusmedizin für wenige anbieten. Er hat in den letzten Jahren deshalb konsequent alle eigenen Möglichkeiten zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit genutzt. Dazu gehört auch die Neugestaltung der betrieblichen Altersversorgung. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Rente gehen, sind über eine Versicherungslösung abgesichert. Das Unternehmen und seine Beschäftigten haben gleichermaßen Vorteile", erklärte LBK-Vorstands-sprecher Heinz Lohmann. Er hob insbesondere hervor, dass innerhalb kurzer Zeit mehr als 30 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrer Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, ihre Altersabsicherung durch Gehaltsumwandlung aufzustocken. "Ich bin über die Dimension erstaunt, dass 4.500 Beschäftigte eigene Beträge für eine Gesamtversicherungssumme von mehr als 200 Millionen DM, das entspricht jährlichen Prämien von rund 10 Millionen DM, dafür investieren. Das zeigt, dass viele Menschen den alten Lösungen nicht mehr vertrauen und dass sich neue Wege auszahlen."
Seit 1. Januar 2001 gibt es das Nebeneinander von betrieblicher Altersversorgung nach Hamburger Ruhegehaltsgesetz und Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) im LBK Hamburg nicht mehr. Durch die Umstellung auf ein kapitalgedecktes Versicherungssystem wird mittelfristig der überproportionale Anstieg der Altersversorgungslasten im LBK Hamburg gestoppt, langfristig der Aufwand auf das Niveau von Konkurrenten und schließlich darunter gesenkt. Im Jahre 2000 betrug die Belastung aus der betrieblichen Altersversorgung für das Unternehmen etwa 13 Prozent der Bruttolöhne und Gehälter. Das waren rund 140 Millionen DM. Davon entfielen knapp 90 Millionen auf die Sonderbelastung, die Mitbewerber im Krankenhausbereich nicht haben.
Zur Sanierung der betrieblichen Altersversorgung wurden folgende Schritte unternommen: Abschluss eines neuen Tarifvertrags mit den Gewerkschaften, Unterstützung des Eigentümers durch Darlehensreduzierung und Grundstücksverkäufe, Beiträge der Beschäftigten im Rahmen der Modernisierungs- und Rationalisierungsprogramme und schließlich Austritt aus der VBL.
"Die betriebliche Altersversorgung ist ein zukunftsweisendes Thema, mit dem wir uns bei der Volksfürsorge schon seit geraumer Zeit intensiv auseinandersetzen. Dabei scheuen wir auch nicht vor schwierigen Aufgabenstellungen. Der Vertrag mit dem LBK Hamburg für seine 13.000 Mitarbeiter war für uns eine große Herausforderung. Noch nie in der Geschichte der Volksfürsorge gab es einen Vertrag in einer vergleichbaren Größenordnung. Natürlich sind wir stolz, dass wir im Rahmen der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten haben", sagte der Vorstandsvorsitzende der Volksfürsorge, Dr. Joachim Lemppenau. Die Rentenzahlung übernimmt jetzt die Volksfürsorge. Die Rückdeckungsversicherungsbeiträge des LBK Hamburg betragen zunächst 136 Mio. DM in 2001 und bewegen sich danach kontinuierlich auf 63 Mio. DM im Jahre 2010 ab. Die Volksfürsorge löst alle LBK-Verpflichtungen gegenüber den Anwärtern ab, diejenigen nach dem Hamburger Ruhegehaltgesetz wie auch die nach dem VBL-System der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder. Alle Besitzstände der LBK-Beschäftigten bleiben erhalten.
Da das neue System sehr komplex ist, wurden in allen LBK-Kliniken insgesamt 40 Informationsveranstaltungen durchgeführt sowie eine gemeinsame Informationsbroschüre für alle Mitarbeiter erstellt. Im Februar und März 2001 haben 60 Volksfürsorge-Experten jeweils einstündige individuelle Beratungsgespräche mit rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt. Mehr als 4.500 von ihnen haben den neuen Spielraum zur Gestaltung ihrer privaten Zusatzversorgung für ihr Alter genutzt und eine freiwillige Gehaltsumwandlung abgeschlossen. Die dabei anfallende Pauschalsteuer von bis zu 420 DM jährlich trägt der LBK Hamburg.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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