Zeitwertkonten und Betriebsrente federn "Rente mit 67 Jahren" ab

04.06.2008 | Hannover
Viele mittelständische Betriebe ergreifen die Initiative, um den späteren Rentenbeginn aufzufangen

Rund 30 Prozent der Unternehmen planen dazu, bis 2011 ein Zeitwertkonten-Modell für ihre Mitarbeiter anzubieten. Zwei Drittel der Nutzer von Zeitwertkonten besagen, dass sie wegen der Anhebung des Renteneintrittsalters dieses Personalinstrument in ihren Betrieben eingeführt haben. Eine Mehrzahl der Mittelständler benennt auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) als ergriffene Maßnahme. Dies ergibt eine repräsentative Studie zum Thema Zeitwertkonten im Mittelstand von HDI-Gerling Leben und HDI-Gerling Pensionsmanagement in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Grundsätzlich bewerten etwa 60 Prozent der 200 befragten Mittelständler mit 50 bis 1.000 Mitarbeitern, die Zeitwertkonten nutzen bzw. planen, die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre als negativ. Lediglich vier Prozent der heutigen Nutzer von Zeitwertkonten können der Erhöhung des Rentenalters etwas Positives abgewinnen, auf Seiten der Planer von Zeitwertkonten hingegen niemand. "Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass die Neuregelung der gesetzlichen Altersgrenze im Mittelstand präsent ist und der spätere Renteneintritt aus der eigenen Perspektive kritisch gesehen wird", sagt Björn-Schütt-Alpen, Vorstand der HDIGerling Pensionsmanagement AG. Zeitwertkonten-Markt durch "Rente mit 67" gestärkt Doch die Unternehmer bleiben nicht untätig. 28 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen planen vor allem in Hinblick auf das höhere Renteneintrittsalter, in den nächsten drei Jahren Zeitwertkonten-Modelle zu implementieren. Seite 2/3 Dass 66 Prozent der Unternehmen mit Zeitwertkonten angeben, sie hätten ihre Modelle extra im Hinblick auf die längere Lebensarbeitszeit ihrer Mitarbeiter implementiert, zeigt die Relevanz des Themas. "Zeitwertkonten und betriebliche Vorsorgelösungen stellen für die Unternehmen gute Instrumente dar, um die neue Gesetzeslage abzufedern. Daher setzen wir darauf, dass der noch junge Markt für Zeitwertkonten künftig Fahrt aufnimmt", fügt Schütt-Alpen an. Mittelstandsbetriebe wollen bAV auch mitfinanzieren Die bAV kann - im Gegensatz zu Zeitwertkonten-Modellen - auch die Hinterbliebenen sowie das Berufsunfähigkeitsrisiko absichern und bezieht sich ausschließlich auf die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. "Die Entgeltumwandlung bildet den Basisbaustein, damit Mitarbeiter mögliche Rentenabschläge durch die Erhöhung des Rentenalters auffangen können", ergänzt Siegfried Hischke, Leiter Produktmanagement Firmen bei HDIGerling Leben. So sehen das auch die befragten Unternehmen. Mit einer Mehrheit von 61 Prozent verweisen die Mittelständler, die noch keine Zeitwertkonten anbieten, auf ihre arbeitnehmerfinanzierte bAV. Sogar 17 Prozent von ihnen sehen die Einführung einer bAV vor, die der Betrieb finanziert. Hischke: "Die beitragsbezogene Beteiligung des Arbeitgebers ist für Mitarbeiter besonders attraktiv und kurbelt eine breite Durchdringung der bAV in der Belegschaft an. Daher rechnen wir auch mit einem Aufschwung im bAV-Markt." Seite 3/3 Die Pressemitteilung gibt nur einen Auszug aus der Studie "Zeitwertkonten im Mittelstand" wieder. Die kompletten Studienergebnisse stellen HDI-Gerling und das F.A.Z.-Institut am 11. Juni in Köln im Rahmen eines Pressegesprächs vor.

Quelle: Pressemeldung HDI-Gerling Sach Serviceholding AG

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