Vorsorge: Lebensversicherung und andere Sparformen

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Als Vorsorge wird die Summe derjenigen Maßnahmen bezeichnet, mit denen einer späteren finanziellen Notlage oder einer Krankheit vorgebeugt werden soll. In diesem Sinne handelt es sich dabei einerseits um die Gesundheits-, und andererseits um die Altersvorsorge. Die lässt sich ihrerseits recht genau definieren.

Die Rentenlücke schließen

Gemeint ist die finanzielle Vorsorge für den Lebensabschnitt im Anschluss an das Berufsleben. Angesprochen sind unselbstständig Tätige, und zwar in erster Linie Arbeiter sowie Angestellte. An die Stelle des bisherigen Erwerbseinkommens tritt die gesetzliche Altersrente.

Seit langem ist es bekannt und ein gesellschaftliches Dauerthema, dass sie auf keinen Fall das bisherige Erwerbseinkommen ausgleicht. Die Rentenlücke muss zumindest teilweise, bestenfalls vollständig ausgeglichen beziehungsweise geschlossen werden. Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem gesetzlichen Renten- und dem monatlichen Nettoeinkommen direkt vor Renteneintritt. Innerhalb der dreistufigen Vorsorge mit gesetzlicher Altersrente, mit betrieblicher Altersversorgung sowie mit einer privaten Vorsorge wird in Deutschland die gesetzliche Rente auch als Basis-Rente bezeichnet.

Sie bildet eine nicht ausreichende Basis, die auf jeden Fall durch zusätzliche Vorsorgemaßnahmen ergänzt werden muss. Die laufenden Alltagsausgaben lassen sich erfahrungsgemäß nicht so weit reduzieren, dass die Rentenlücke dadurch ausgeglichen, in dem Sinne geschlossen wird. Der zukünftige Rentner muss dafür Mehreinnahmen schaffen.

Zu den nach wie vor geeigneten Möglichkeiten für diese Vorsorge gehört die Lebensversicherung. Gemeint ist damit die Kapitallebensversicherung. Wie das Wort ausdrückt, wird mit dieser Lebensversicherung Kapital gebildet, im Gegensatz zur Risikolebensversicherung als einer ganz anderen Form für eine Lebensversicherung.

Kapitallebensversicherung in unterschiedlicher Ausgestaltung #1

Kapitallebensversicherung in unterschiedlicher Ausgestaltung #1

Kapitallebensversicherung in unterschiedlicher Ausgestaltung

Ein wichtiges Element der Vorsorge ist die zukünftige finanzielle Sicherheit. Bei der gängigen Lebensversicherung wird sie durch die gezahlten Beiträge als Ansparsumme, durch Habenzinsen sowie durch Überschüsse gewährleistet.

Eine eigene Ausgestaltung der Lebensversicherung sind Fonds. Eine fondsgebundene Lebensversicherung bietet keine Garantien im bekannten Sinn, sondern eher das Versprechen auf mehr, auf einen höheren Ertrag. Damit ist gleichzeitig das Risiko verbunden, dass der Ertrag niedriger ausfallen kann. Fonds bieten somit keine Garantien, wie sie der Sparer gewöhnt ist, und wie er sie für seine Vorsorge sich nicht nur wünscht, sondern dringend braucht.

Kapitallebensversicherung als Vorsorgemaßnahme fürs Alter

In diesen Monaten und Jahren der EZB-Niedrigzinspolitik stellen sich viele Vorsorgende die Frage, ob die Lebensversicherung tatsächlich noch die richtige private Vorsorge fürs spätere Alter ist. Die Antwort lautet auch heute und zukünftig eindeutig Ja.

Kapitallebensversicherung als Vorsorgemaßnahme fürs Alter #2

Kapitallebensversicherung als Vorsorgemaßnahme fürs Alter #2


Die gesetzliche Rente als Basis-Rente reduziert sich kontinuierlich bis zum Jahre 2030. Wie die Entwicklung danach in Deutschland aussieht, lässt sich nicht seriös berechnen. Niemand geht jedoch davon aus, dass die Rentensituation in den dann folgenden Jahrzehnten besser wird. Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank bedeuten für die Lebensversicherung und für die Versicherungsgesellschaften, dass die über Jahrzehnte hinweg gezahlten Monatsbeiträge niedrig, kaum oder schlimmstenfalls gar nicht verzinst werden.

Ähnlich sieht es bei den „Überschussanteilen“ aus. Die Versicherer können bei Neuverträgen deswegen nicht die bisherigen Zinsgarantien geben, weil sie selbst aufgrund der EZB-Zinspolitik für ihre eigenen Kapitalanlagen ebenfalls kaum oder nur geringe Zinsen erwirtschaften können. Die Basis für diese Kettenreaktion von ganz oben nach ganz unten legt die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik.

Die EZB hat alle 28 oder zukünftig 27 EU-Mitgliedsländer im Blick, nicht jedoch den deutschen Sparer, der mit einer Lebensversicherung für sein späteres Rentenalter Vorsorge treffen möchte – und muss.

Große Vielfalt an anderen Sparformen und Vorsorgemaßnahmen

Eine Kapitallebensversicherung ist sicherlich die populärste und beliebteste Altersvorsorgemaßnahme, doch bei Weitem nicht die einzige. Die Riester-Rente in ihren vielfältigen Varianten ist die einzige Vorsorgemaßnahme, die Jahr für Jahr staatlich gefördert wird. Der Staat legt buchstäblich Geld drauf, sodass sich die jährliche Sparsumme dadurch erhöht. Das Pendant dazu ist die Rürup-Rente.

Sie eignet sich vorzugsweise für diejenigen, die später keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben. Festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien sind, eine gesunde und breite Mischung im Wertpapierdepot vorausgesetzt, ebenfalls ein zuverlässiges Standbein für die private Altersvorsorge. Hier besteht jedoch, im Gegensatz zur Sicherheit der Lebensversicherung, ein finanzielles Risiko durch die vom Sparer nicht zu beeinflussenden Kursschwankungen.

Nach wie vor „unschlagbar“ und vergleichbar sicher wie eine Kapitallebensversicherung ist „Betongold“, die eigene Immobilie. Bei der Schaffung von Wohnungseigentum ist der Staat mit seinen Steuervergünstigungen über Jahrzehnte hinweg behilflich. Als Vorsorge im Rentenalter eignet sich die eigene Immobilie auf zweierlei Weise.

Wenn sie selbstgenutzt, also selbstbewohnt wird, dann spart der Immobilieneigentümer die mit einer Kaltmiete vergleichbaren Kosten. Durch diese Minderausgabe wird die Rentenlücke ganz oder teilweise geschlossen. Sofern die Immobilie als Kapitalanlage fremdvermietet ist, erhöhen diese Einnahmen aus Vermietung & Verpachtung das Renteneinkommen. Auch das ist eine Möglichkeit, um die Rentenlücke zu schließen.

Ein Fazit:

Es bleibt festzuhalten, dass Immobilieneigentum sowie Kapitallebensversicherung am besten für die spätere Altersvorsorge geeignet sind. Beide sind risikolos, wenngleich das i-Tüpfelchen mit Zinsen und Überschüssen auf die Versicherungssumme deutlich niedriger ausfällt als in vergangenen Jahrzehnten. Dem Vorsorgenden wird jedoch nichts genommen, sondern nur weniger gegeben.


Bildnachweis: © fotolia Titel: Coloures-pic, #1: HaDeVau, #2: Coloures-pic

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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