Niedrigzinsen: Sind die Renten noch sicher?

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Wie lassen Niedrigzinsen Renten sinken? Das aktuelle Niedrigzinsniveau wirkt auf alle Geldanlagen und hier vor allem auf die Rentenvorsorge. Verträge zur Vorsorge sollten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Wenn Niedrigzinsen Renten bedrohen: Anpassungen der neuen Regierung (Video)

Die Renten sind stets ein Thema im Wahlkampf und nie würde geäußert werden, dass diese vielleicht geringer ausfallen könnten oder dass keine Erhöhung geplant ist. So war es auch in 2021, als versprochen wurde, dass die Renten steigen würden.

Genau genommen ist das keine Lüge, denn ein Ansteigen der Renten ist tatsächlich für 2022 geplant. Dennoch wird dieser Anstieg anders als gedacht ausfallen, nämlich weitaus geringer. Grund ist die Wiederauferstehung des Nachholfaktors. Dieser besagt, dass in der Vergangenheit liegende Rentenkürzungen mit den geplanten Rentenerhöhungen verrechnet werden.

Daraus wiederum ergibt sich ein deutlich geringerer Anstieg, von dem im Vorfeld keine Rede war. Doch die neue Regierung hat sich im Ampelvertrag darauf geeinigt, in dieser Art und Weise zu verfahren.

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So schmälern Niedrigzinsen Renten

Viele Berufstätige haben eine private Rentenversicherung oder eine Lebensversicherung abgeschlossen, um die bereits bestehende Lücke in der gesetzlichen Absicherung zu schließen. Doch die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass Angespartes weniger schnell mehr wird.

Die Versicherer können ihre Versprechen gegenüber den Kunden nicht mehr halten und haben ab 2022 keine Chance mehr, wenigstens die aktuell gebotenen 0,9 Prozent Zinsen zu garantieren. Diese sinken auf 0,25 Prozent ab, wobei das bereits die maximal möglichen Zinsen sein sollen.

Die Versicherer beklagen sich, dass sie ohnehin schon zu wenige Kunden hätten und kaum noch jemand eine Lebensversicherung abschließt. Angesichts der niedrigen Zinsen wird sich das auch nicht ändern und die Kunden werden dem Rat der Verbraucherschützer folgen: Besser in risikoreichere Geldanlageprodukte investieren und dafür mehr Rendite erhalten!

Die erwarteten Renten werden somit deutlich geringer ausfallen, denn die Zinslücke kann nicht jeder durch höhere Eigensparanteile ausgleichen. Dies dürfte zudem nicht Sinn und Zweck der Sache sein und so bedingen niedrige Zinsen geringe Renten.

Versicherungsabschlüsse noch in 2021 tätigen

Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, sollte das noch in 2021 tun. Denn: Die Beiträge für die BU werden ab 2022 deutlich steigen, was sich vor allem bei den Versicherungen bemerkbar machen wird, die eine ein- bis dreiprozentige Steigerung der Versicherungssumme vorsehen.

Wer jetzt noch eine BU abschließt, kann zwischen 1.940 und 4.510 Euro sparen, wenn die Versicherung wie üblich bis zum 67. Lebensjahr und damit bis zum Eintritt ins Rentenalter, an dem die aktuelle Regierung übrigens nicht wackeln will, läuft.

Auch die Risikolebensversicherungen sollten bestenfalls noch in 2021 abgeschlossen werden, auch wenn bereits viele Versicherer schon jetzt damit drohen, keine Zusagen mehr zu eingezahlten Beiträgen machen zu können.

Doch Verbraucherschützer gehen davon aus, dass die nicht mehr bindenden Zusagen sogar von Vorteil sein könnten, denn damit hätten die Versicherer einen größeren Spielraum und könnten dementsprechend verbraucherfreundlicher agieren. Insgesamt braucht es daher Planung, wenn Niedrigzinsen Renten nicht ins Unermessliche fallen lassen sollen.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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