Die eintägige Winter School der DSG Stroke Unit, veranstaltet auf der ANIM, brachte multidisziplinäre Teams zusammen, um innovative diagnostische und therapeutische Konzepte für Schlaganfallpatienten zu erörtern. Expertinnen und Experten präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse, von pragmatischen Evaluationsmethoden bis hin zu evidenzbasierten Behandlungspfade. Intensive Interaktionsformate ermöglichten einen vertieften Austausch, aus dem ein belastbares, interprofessionelles Netzwerk hervorging, das zukünftig den Wissenstransfer zwischen Klinik und Praxis sichert und Behandlungsprozesse nachhaltig verbessert.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Praxisnahe Expertenvorträge ermöglichen raschen Wissenstransfer in die klinische Arbeit
Im Rahmen einer kompakten Fachveranstaltung würdigte Prof. Waltraud Pfeilschifter die hohe wissenschaftliche Substanz der Beiträge, die in kleiner Runde aktuelle Forschungsergebnisse und evidenzbasierte Praxisempfehlungen vereinten. Moderierte Fachdiskussionen schufen eine Plattform für kritischen Austausch, während informelle Begegnungen in Pausen die persönliche Vernetzung förderten. Diese Kombination ermöglichte den nahtlosen Transfer neuer Behandlungsstrategien in den klinischen Alltag und stärkte gleichzeitig die interdisziplinäre Kooperation nachhaltig. Alle Teilnehmer profitierten von praxisnahen Impulsen und nachhaltigen Vernetzungsmöglichkeiten.
Akutversorger riskieren Schäden, wenn Kanülenlage nicht konsequent überprüft wird
Dr. Bettina Otto führte eine Analyse von 240 Patienten mit Trachealkanüle in der neurologischen Frührehabilitation durch. Ihre Ergebnisse zeigten, dass bei 19 Prozent Trachealverletzungen auftraten und bei 65 Prozent die Kanülen nicht optimal platziert waren. Sie appelliert an behandelnde Akutmediziner, nicht nur das Vorhandensein der Kanüle zu prüfen, sondern systematische Kontrollen der Positionierung vorzunehmen, um Verletzungsraten zu reduzieren und die Atemwegsversorgung zu optimieren. Regelmäßige Fortbildungen standardisierte Protokolle werden dringend empfohlen.
Bösel empfiehlt primäre Extubationsversuche statt frühzeitiger Tracheotomie bei Patienten
Prof. Julian Bösel stellte die Setpoint-Studie 2 als multizentrische Untersuchung vor, in der die Wirksamkeit frühzeitiger Tracheotomien mit standardmäßigen Extubationsversuchen verglichen wurde. Die Auswertung ergab keine signifikanten Verbesserungen hinsichtlich Überlebensrate oder Beatmungsdauer bei früh Tracheotomierten. Bösel leitet daraus ab, dass primäre Extubationsversuche Vorrang haben sollten, sofern die Patienten klinisch stabil und atemwegsfähig sind. Er fordert, individuelle Risikofaktoren zu berücksichtigen und Extubationsstrategien zu priorisieren, um Komplikationen zu minimieren und Genesung fördern.
Identifizierung geeigneter Konsistenzen durch FEES ermöglicht schnelle therapiebasierte Behandlung
PD Dr. Sriramya Lapa vom Universitätsklinikum Frankfurt hob hervor, dass die Fibreoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing (FEES) unmittelbar nach dem akuten Schlaganfall zur Anwendung kommen muss. Sie fördert die genaue Bestimmung der essbaren Konsistenzen, welche Patienten ohne Aspiration bewältigen, und bildet die Basis für eine rasche Schlucktherapie. Durch das frühzeitige Assessment lassen sich potenzielle Atemwegsgefahren mindern und die rehabilitative Betreuung zielgerichteter gestalten. Ein interprofessionelles Protokoll sichert Qualität und Kontinuität. Effizienzsteigerung
Interprofessionelle Teams profitieren nachhaltig von APN initiierten praxisnahen Forschungsprojekten
Die Präsentation von Carmen Lange, Jens Renner und Bianca Schmidt-Maciejewski aus dem APN-Netzwerk brachte deutlich hervor, wie Pflegefachkräfte wissenschaftliche Fragestellungen initiieren und durch valide Datenerhebung bearbeiten. Mithilfe qualitativ-quantitativer Methoden gestalten sie eigenverantwortlich wissenschaftliche Projekte, deren Ergebnisse in Leitfäden für die klinische Pflege überführt werden. Prof. Waltraud Pfeilschifter unterstrich, dass Advanced Practice Nursing das interprofessionelle Umfeld bereichert und langfristig zu besseren Gesundheitsoutcomes für Schlaganfallpatienten beiträgt. Sie ermöglichen evidenzbasierte Versorgungskonzepte und Teamstärkung
Praxisnahe Lösungsansätze Kommunikation für kulturelle Konflikte im interprofessionellen Behandlungsteam
Im Fokus der Präsentation von Batarfi, Salih und Dinc standen kulturelle Hintergründe, die sich auf zwischenmenschliche Interaktionen im Gesundheitswesen auswirken. Sie dokumentierten typische Konfliktsituationen, in denen unterschiedliche Kommunikationsstile, nonverbale Signale oder Hierarchieverständnisse eine Rolle spielen. Anhand von Rollenspielen und Gruppenanalysen erläuterten sie Lösungsstrategien zur Konfliktprävention. Abschließend gaben sie Empfehlungen für institutionelle Maßnahmen, wie interkulturelle Schulungen, Workshops und kontinuierliche Team-Besprechungen. Sie betonten zudem die Bedeutung von Vertrauen, Empathie und offener Feedback-Kultur als Basis für erfolgreiche interprofessionelle Zusammenarbeit.
Interprofessionelle Pflegeforschung durch Advanced Practice Nurses erhält neue Impulse
Teilnehmer der eintägigen Winter School der DSG Stroke Unit auf der ANIM erhielten Einblicke in praxisrelevante Studien zur Trachealkanülenoptimierung, Extubationsversuchsstrategien vor Tracheotomie und frühzeitiger FEES-Diagnostik für Schluckrehabilitation. In interprofessionellen Diskussionsforen identifizierten Pflegeexpertinnen des Advanced-Practice-Nursing-Netzwerks Forschungsfragen und implementierten praxisnahe Lösungsansätze. Die Veranstaltung förderte konkrete Umsetzungspläne und stärkte die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten für eine verbesserte Schlaganfallversorgung. Erhielten Handlungsempfehlungen zur Qualitätssicherung, interdisziplinären Kommunikation, um nachhaltige Verbesserungen im Klinikalltag zu verankern.

